Stephan Müller
Diplom in Prozessorientierter Psychologie nach Dr. Arnold Mindell, Lehrer und Heilpädagoge. Berater SGfB, Lehrer und Heilpädagoge, Co-Leiter, des Instituts für Prozessarbeit, Zürich, Bereich Ausbildung, Lehranalytiker und Supervisor, Arbeit in eigener Praxis mit Einzelnen, Paaren und Gruppen.
Seminartätigkeit, auch zusammen mit seiner Partnerin Marianne Sinner, in der Schweiz, Deutschland, Russland und Marokko.
Ausgelöst durch die Auseinandersetzung mit einer chronischen Krankheit führte ihn ein langer Lern- und Wandlungsprozess zur Prozessorientierten Psychologie und in die Welt der Gnawa in Marokko, die er seit 15 Jahren erforscht. Sein Fokus liegt dabei auf der heilende Kraft veränderter Bewusstseinszustände im Kontext von Musik, Ritual, Trance.
 
 
 
Marianne Sinner
Diplom in Prozessorientierter Psychologie nach Arnold Mindell, Malerin, Kunsttherapeutin GPK, Beraterin SGfB, Lehranalytikerin, Supervisorin, Lehrerin und Co-Leiterin des Instituts für Prozessarbeit, Zürich.
Ein Nachttraum hat sie vor über 20 Jahren aus ihrem introvertierten Künstlerinnendasein gerissen und dazu aufgefordert, in die Welt zu gehen, um mit Menschen zu arbeiten. Heute arbeitet sie mit Einzelnen, Paaren und Gruppen in Basel und in Zürich. Zugänge aus der Kunst in Verbindung mit Prozessarbeit sind das Herzstück ihrer Arbeit und ihre grosse Spezialität.
 

Vortrag:
mit Musik und Filmausschnitten
Heilung und Initiation: Der therapeutische Kult der Gnawa in Marokko.
Der Begriff Gnawa bezeichnet die Musiker, HeilerInnen und AnhängerInnen eines volkstümlichen therapeutischen Kultes, der über ganz Marokko verbreitet ist. Ursprünglich sind die Gnawa Nachfahren westafrikanischer Sklaven, die afrikanische Elemente, wie „Besessenheits“-Trance, Tieropfer, Musik, innerhalb des marokkanischen Volksislams zu einem synkretistischen Kult integrieren.
Während der Lila (arab. Nacht), dem nächtlichen Heilritual, werden durch Musik sieben verschiedene Energien, die Mlouk gerufen. Diese drücken sich im Trance-Tanz der anwesenden Adepten und Medien aus und werden so im Körper der Tanzenden und im Körper der Gemeinschaft geehrt und ins Gleichgewicht gebracht.
Die Gnawa betrachten Krankheit als störenden Ruf eines Mlouk, der zu einer verbündeten Kraft transformiert wird: Heilung wird zu einem initiatischen Prozess.
 
 
 
Workshop 1:
Stephan Müller
 
Über die Grenzen des Alltagsbewusstseins:
Perspektivwechsel durch nichtalltägliche Wahrnehmung.
Theoretischer Hintergrund und praktische Übungen der Prozessorientierten Psychologie.
 
Häufig begegnet uns das Fremde zuerst als Störung, sei es als Körpersymptom, als veränderter Bewusstseinszustand, als Beziehungspartner oder als Konflikt.
Die Prozessorientierte Psychologie (nach Dr. A. Mindell) mit ihren Wurzeln in der Psychologie C.G. Jungs betrachtet Störungen als bedeutungsvolles und potenziell sinnvolles Geschehen und sucht den Zugang zu ihrem tiefer liegenden Hintergrund.
Aus dieser Sicht sind Störungen Energien, die an unsere Türe klopfen und um Einlass und Aufmerksamkeit bitten.
Finden diese Energien nämlich Gehör und Akzeptanz und können wir ihnen den ihnen gebührenden Platz geben – sei es in einem Individuum, einem Familiensystem oder in der Gesellschaft – haben sie das Potential, sich in mächtige Ressourcen für Entwicklung und Transformation zu wandeln.
Wir selbst werden vom Opfer zu Mit-Gestaltenden unseres Lebens.
 
 
 
Workshop 2:
Stephan Müller und Marianne Sinner
 
„Holz verbrennen“
Der innere Prozess der BeraterIn/TherapeutIn mit traumatischem Erleben
„Das Holz verbrennen“ ist eine Metapher, die sich auf die eigene Arbeit mit erlebtem Missbrauch, Ungerechtigkeit, Trauma, Gewalt und den damit verbundenen Emotionen bezieht. Wenn Verletzungen, Angst, Schock, Trauer und Ohnmachtsgefühle nicht transformiert sind, beeinflussen sie, ohne dass wir uns dessen bewusst werden, unsere Wahrnehmung und unsere Reaktionen in der Gegenwart. Sie „triggern“ uns an und bewirken, dass sich immer wieder dieselben Verletzungen (in Alltags- oder therapeutischen Beziehungen) wiederholen.
In diesem Workshop werden wir zuerst einen theoretischen Blick auf dieses heikle Thema werfen. Im Zentrum stehen anschliessend praktische Übungen, in denen wir unser eigenes „Holz“ anpirschen. Zugang dazu finden wir über non-verbale Methoden wie Körperwahrnehmung, Feinspüren und Bewegung.
 
 
 
 
 
Anschrift:
 
Stephan Müller
Raum für Prozessarbeit
Therwilerstrasse 37
CH-4054 Basel
www.raum-prozessarbeit.ch
s.mueller@datacom.ch